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Die Entwicklung des Internets hat in den letzten Jahren unter anderem dazu geführt, dass Konsumgüter wie DVDs und Bücher, aber auch Autos, Spülmaschinen oder Lebensmittel per Mausklick bewertbar geworden sind. Ob auf der Website des bekanntesten Buch-, CD- und DVD-Händlers oder innerhalb der zahlreichen Bewertungsportale à la dooyoo – an vielen Orten können Nutzer, die sich dazu berufen fühlen, Ihre Meinung über das Produkt oder die Dienstleistung xy veröffentlichen. In der Summe sollen viele subjektive Einzelmeinungen so etwas wie eine objektive Qualitätseinschätzung ergeben - so die Idee, die hinter den Online-Bewertungen steht.

Der Trend zur schnellen Bewertung im Netz macht seit einiger Zeit auch vor Ärzten nicht halt. Es gibt bereits mehrere Arztbewertungsportale, die ihren Besuchern eine bewusste Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Mediziner ermöglichen wollen. Zuletzt machte die AOK von sich reden, weil sie ankündigte, selbst ein solches Portal aufbauen zu wollen. Dementsprechend ist die Diskussion darüber, ob und in welcher Weise Arztbewertungen im Netz angemessen oder zulässig sind, in vollem Gange.  Außer den Ärzten treten in dieser Debatte unter anderem Patienten, Webseitenbetreiber und Krankenkassen auf - jede dieser Gruppen mit ihren eigenen Interessen und Empfindlichkeiten.

Den neuesten Beitrag lieferte nun Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer. „Es wäre brandgefährlich, die Entscheidung für einen Arzt allein nach subjektiven Kriterien zu fällen“, sagte er in Bezug auf Arztbewertungsportale. Zudem warnte er davor, dass durch diese Portale eher zweitrangige Faktoren wie eine schön eingerichtete Praxis in den Vordergrund rücken könnten, die für die Qualität eines Arztes keine Aussagekraft hätten.

Auf die Reaktionen der übrigen Interessensgruppen auf diese Einschätzung darf man gespannt sein. Unabhängig vom weiteren Verlauf der Diskussion ist eine Debatte darüber, in welcher Weise Ärzte in Zukunft öffentlich bewertet werden sollten und dürfen, sicher sinnvoll.